Diese Seite ist eine Initiative der Studierendenschaft der Universität Bern. Weitere Informationen zu der SUB findest du hier.
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Struktureller Sexismus

Was ist struktureller Sexismus?

Der Begriff Sexismus benennt Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts – also Ungleichbehandlung, Benachteiligung oder Abwertung und die dahinterstehende Ideologie. Sexismus existiert sowohl auf der interaktionellen Ebene (zwischen Personen), als auch auf der strukturellen Ebene (Strukturen in unserer Gesellschaft; zwischen Person und Institution/Gesellschaft). Sexismus ist institutionell verankert und widerspiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse.

 

Struktureller Sexismus an Hochschulen bedeutet, dass Frauen* aufgrund ihres Geschlechts durch die Strukturen, nach denen die Hochschule funktioniert und organisiert ist, diskriminiert, benachteiligt, abgewertet werden.

Wie zeigt sich struktureller Sexismus an Hochschulen?

Ein Beispiel:

Obschon der Frauen*anteil bei den Studierenden stetig zugenommen hat, ist eine entsprechende Entwicklung auf höheren Ebenen bisher ausgeblieben (siehe vertikale Segregation). Die Untervertretung der Frauen* im Lehrbetrieb der Universität ist das Resultat einer lange von Männern normierten und dominierten Wissenschaft. Die Argumentation, dass Frauen* einfach nicht wollen, oder dass es einfach keine Frauen* für diese Stellen gibt, ist sexistisch und verfehlt. Es bestehen zahlreiche Barrieren für Frauen*, die eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollen: nicht nur struktureller Art durch die Mehrfachbelastung durch Beruf, Kinderbetreuung und Haushalt, sondern auch durch fehlendes gesellschaftliches Selbstverständnis im Umgang mit Wissenschaftlerinnen* und fehlenden weiblichen* Vorbildern.

 

Junge Frauen* werden in unserer Gesellschaft einseitig mit dem Problem konfrontiert, Familie und Beruf vereinen zu müssen. Karrierephase und Familienphase finden für Frauen* oftmals zum selben Zeitpunkt statt. Dies führt dazu, dass schon junge Studentinnen* der wissenschaftlichen Karriere ambivalenter begegnen. Diese Hindernisse werden durch die Organisationsformen und Leistungserwartungen der Universitäten weiter verschärft. Mangelnde Angebote für die Kinderbetreuung, diskriminierende Mentalitäten, wenig Teilzeitangebote und eine steile Hierarchie verschlechtern die Chancen von Frauen*, Wissenschaft und Beruf erfolgreich auszuüben.

 

Gesellschaftliche Strukturen und die Organisationsform der Wissenschaft potenzieren sich gegenseitig. Wissenschaftlerinnen*, die aus strukturellen Gründen tendenziell weniger kompetitiv sind als Wissenschaftler*, können sich weniger profilieren und verlieren dadurch an Wettbewerbsfähigkeit.

 

Frauen*förderung ist deshalb ein irreführender Begriff, da es nicht darum geht, Frauen* als Wissenschaftlerinnen* zu fördern, sondern Wissenschaft und Forschungsförderung so zu organisieren, dass sie Frauen* nicht von der wissenschaftlichen Berufstätigkeit ausschliessen.