Diese Seite ist eine Initiative der Studierendenschaft der Universität Bern. Weitere Informationen zu der SUB findest du hier.
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Was ist vertikale Segregation?

An der Universität Bern zeichnet sich bei der Verteilung der Geschlechteranteile eine vertikale Segregation ab. Mit zunehmendem akademischen Grad ist der Frauen*anteil abnehmend. Während 57% der Studierenden weiblich* sind, sind nur 24% der Professuren von Frauen* besetzt. Ein extremeres Bild zeigt die Vetsuisse Fakultät: 87% der Bachelorstudierenden sind weiblich*, bei den Dozierenden lediglich 27%. Den graduellen Ausstieg von Frauen* im Verlauf der akademischen Stufen und die damit verbundene zunehmende Unterrepräsentation im Wissenschaftssystem wird als Leaky Pipeline bezeichnet. Dieses Phänomen ist nicht nur an der Uni Bern, sondern in der ganzen Schweiz zu beobachten.

Ursachen von vertikaler Segregation

Die Ursachen der Leaky Pipeline sind vielfältig. Die Kultur und Strukturen von universitären Organisationen sind nicht geschlechterneutral und verhindern die Gleichheit der Karrieren von Frauen* und Männern (siehe struktureller Sexismus). Eine wichtige Ursache für die schlechtere Integration und die geringeren Karrierechancen von Frauen* sind Chancenungleichheiten beim Zugang zu Netzwerken. Für den beruflichen Erfolg und die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit ist eine gute Integration in die Scientific Community unerlässlich. Ein grosses wissenschaftliches Netzwerk der Nachwuchskräfte ermöglicht privilegierten Zugang zu wichtigen Informationen sowie den Ausbau von wissenschaftlichen und universitären Machtpositionen. Ausserdem werden Frauen* aufgrund der “Old Boys Networks” weniger gefördert als Männer. Dies beschreibt ein Phänomen in welchem Männer, die sich bereits im Wissenschaftsbetrieb befinden, in erster Linie männlichen Nachwuchs fördern. Durch die Untervertretung von Frauen* in der Wissenschaft gibt es zudem einen Mangel an weiblichen* Vorbildern, die als Orientierungspunkt und Motivationsquelle für Nachwuchsforscherinnen* fungieren können. Gerade in Fragen der Vereinbarkeit spielen weibliche* Vorbilder eine entscheidende Rolle. Das vorherrschende Bild des männlichen Wissenschaftlers, welcher sein ganzes Leben der Wissenschaft widmet und stets anwesend und sichtbar ist, kann durch diese Vorbilder durchbrochen werden.

WAS TUN?

Zentral für die nachhaltige Sicherung der Frauen*quote und die Gleichstellung in der Wissenschaft ist Nachwuchsförderung. Die SUB setzt sich mit dem Mentoringprogramm womentoring für die Förderung von Frauen* in der Wissenschaft ein. Masterstudentinnen*, die sich für eine wissenschaftliche Laufbahn interessieren, werden von Mentorinnen* desselben oder eines ähnlichen Fachgebietes während zwei Semestern individuell begleitet.

Mehr Infos zu womentoring findest du unter http://www.sub.unibe.ch/de/Beratung/Womentoring

COMET – Coaching, Mentoring und Training:

 

www.comet.unibe.ch

Folgen von vertikaler Segregation

Die Untervertretung von Frauen* in der Wissenschaft ist Ausdruck von ungleichen Chancen auf dem Karriereweg. Wir wollen echte Chancengleichheit durch den Abbau von strukturellen Hürden. Ausserdem widerspiegelt die Wissenschaft als männlich dominierte Domäne eine einseitige Perspektive auf die Welt. Alle Perspektiven sollen in der Wissensproduktion und Wissensvermittlung berücksichtigt werden. Dafür braucht es eine adäquate Vertretung der Frauen* in der Forschung und Lehre.